Geschäfts-/Marketingplan

Aus Wiki ÖAS – Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dein Geschäfts- bzw. Marketingplan

Eine psychotherapeutische Praxis unterscheidet sich nicht wesentlich von jedem anderen Unternehmen oder Dienstleister*in. So liegt es Nahe betriebswirtschaftliches Know How heranzuziehen und zunächst mit einem Business-Plan zu beginnen, der in etwa folgende Punkte beinhalten sollte. Natürlich kannst du diesen Punkt überspringen, aber vielleicht ist - so beim Darüberlesen - doch die eine oder andere nützliche Idee dabei.

So ein Businessplan ist in der Regel so aufgebaut:

  1. Allgemeines – Zusammenfassung: Schreibe eine knappe Zusammenfassung der wichtigste Punkte zu deinem Praxis-Plan – denk' dran: schreibe so, dass nicht nur andere Personen, sondern insbesondere auch du selbst vollauf begeistert bist. Es sollte der Name deines künftigen Unternehmens (z.B. Freiatmen - Psychotherapeutische Praxis Dr. Alexandra Musterfrau,...), die Beschreibung der Geschäftsidee, die Vorteile des Angebots, weshalb Kund*innen zu dir kommen sollten, Informationen zu dir (und Kolleg*innen, falls du gemeinsam mit Anderen eine Praxis eröffnest) und bedeutende Zielgruppen, Ziele, die Höhe des Kapitalbedarfs sowie Chancen und Risiken enthalten sein – alles aber kurz und bündig, denn in den weiteren Kapiteln gehst du dann genau auf diese Informationen ein. Das eine oder andere in diesem Kapitel wirst du erst beantworten können, wenn du die Punkte weiter unten beantwortet hast....also die Zusammenfassung muss nicht gleich perfekt sein. ;-)
  2. Unternehmerbeschreibung – Motivation – Organisation – Ziele – Rechtsform: In diesen Abschnitt gehören Details zu dir als Gründer*in (lebenslaufähnlich) , die Motivation, die geplante Rechtsform deiner Praxis. Beschreibe auch, wie das Unternehmen strukturiert und organisiert wird und welche mittelfristigen Ziele du erreichen willst (Umsatz der nächsten drei Jahre, Expansionspläne). Auch die langfristigen Ziele solltest du erwähnen.
  3. Dienstleistung – Angebot – Produkt: Beschreiben deine Dienstleistung so detailliert wie möglich. Welche Vorteile, welchen Kundennutzen bringt dein spezielles Angebot den Kundin*innen? Wie unterscheidet es sich von der Konkurrenz? Welche Kundenbedürfnisse befriedigt mein Angebot? Gibt es ein Allein-Stellungsmerkmal? Was kostet mein Angebot dem Kunden neben dem Preis, den ich verlange? Wie viel kostet es mich?
  4. Mitbewerber – Branche – Markt: Mach dir ein möglichst genaues Bild der Branche bzw. des Psycho-Marktes . Hole dir wesentlichen Informationen, z.B. aus Fachzeitschriften, auf Fachmessen etc. Am einfachsten geht das über Psy-Online. Google einfach dort rein und schau, wieviel Psychotherapeut*innen im Umkreis deiner zukünftigen Praxisortes arbeiten, welche Spezialisierung die haben, mit welchen Klient*innengruppen bzw. -altersgruppen diese arbeiten. Benchmarking ist also auch in unserer Branche wichtig. Beschreibe deine wichtigsten Konkurrent*innen, überlege dir, wie sich die Branche künftig entwickelt, wie und von welchen Faktoren diese Entwicklung abhängt. Lege klar dar, wie du dich ich von Konkurrent*innen abgrenzen kannst und erkläre, auf welche Zielgruppe du dich konzentrieren wirst.
  5. Marketing: Die Kund*in muss wissen, dass es dich gibt! Jetzt beginnt das "Verkaufen" deiner Dienstleistung. Jetzt ist das richtige Mass an Bescheidenheit, aber auch selbstbewusstes Auftreten nach Außen hin gefragt. Die Werberichtlinien des BMG können dabei ein hilfreiche Unterstützung sein, wie, was und wann Werbung möglich ist. Link-Text Werberichtlinien Beschreiben, wie dein spezielles Produkt aussieht, wie sich die Preise gestalten, wie die Leistungen zur Kund*in kommt und wie du mit deinen potentiellen Kund* innen kommunizieren wirst. Konzentrieren dich dabe auf die sogenannten 4 P’s:
    1. Product: Ansprechendes Aussehen, Preis etc.
    2. Place: Vertrieb – Wie kommt das Produkt zum Kunden?
    3. Price: Preisgestaltung mit Blick auf die Konkurrenz
    4. Promotion: Werbung, PR-Aktionen, Eröffnung, Logo
  6. Finanzplanung – Kapitalbedarf – Finanzierung – Rendite

Beschreiben Sie in diesem Kapitel folgende Posten: Kapitalbedarf, Kapitalbeschaffung, Liquidität, Rendite. Erstellen Sie eine Kapitalbedarfsplanung (alle Ausgabenposten), eine Finanzierungsplanung (Kredite, Eigenkapital, Förderungen etc.), eine Liquiditätsplanung (Ausgaben laufendes Geschäft) und die Berechnung von Umsatz und Ertrag (z.B. Mindestumsatzberechnung). Legen Sie zudem eine Gewinn- und Verlustrechnung mit verschiedenen Zahlen an, die den „Worst Case“, also den schlechtesten Fall, widerspiegeln, den „Realistic Case“, die wahrscheinliche Entwicklung, und den „Best Case“, also die bestmöglichste Entwicklung. Der Planungszeitraum sollte zwischen drei und fünf Jahren liegen. Auf der Webseite des Gründerservice finden Sie Tools, wie „Plan4you“ oder „Mindestumsatzberechnung“, mit denen Sie arbeiten können. Chancen und Risiken Beschreiben Sie logisch, übersichtlich und realistisch die Chancen und Risiken, die mit Ihrer Geschäftsidee verbunden sind, z.B. steigende Kreditzinsen oder schleppende Rechnungszahlen. Beschreiben Sie anschließend, mit welchen „Frühwarnsystemen“ Sie den Gefahren entgegenwirken können.


Auf was muss man achten?

  1. Unternehmensvision- und Strategie: Was ist Ihre Idee und wie setzen Sie diese am besten in die Praxis um?
  2. Geschäftsmodell: Womit genau verdienen Sie Ihr Geld?
  3. Wettbewerbsanalyse: Was machen Ihre Konkurrenten und wie können Sie sich abheben?
  4. Markteintrittsstrategie: Wie steigen Sie am besten in den Markt ein, damit Sie schnell Geld verdienen?
  • Absatzkonzept: Wie verkaufen Sie Ihre Leistungen und Produkte am gewinnbringendsten?
  • Werbung: Wie können und sollten Sie Werbung machen?
  • Geschäftsführung und Personalplanung: Wie macht Ihre Organisation am meisten Sinn und wen brauchen Sie, um Sie zu unterstützen?
  • Rechtsform: Welche Rechtsform wählen Sie? - Welche Vor- und Nachteile erwarten Sie?
  • Investitionsplanung: Mit welchen Anfangsinvestionen rechnen Sie und wie wirken sich diese finanziell aus?
  • Gewinn- und Verlustrechnug: Wann machen Sie Gewinn?
  • Liquiditäts- und Finanzierungsplanung: Wie sorgen Sie dafür, dass Sie immer genügend frei verfügbares Geld haben?
  • Zeitplan: Mit welchen Schritten und in welcher Zeit setzen Sie Ihr Vorhaben in die Praxis um?